Testberichte

VOTEC VD Elite Downhill Test

mountainbike rider
Magazin 12/2014

Fazit: “Wer ein gut ausgestattetes Downhillbike für einen mehr als fairen Preis sucht, sich nicht zwischen 27,5 und 26 Zoll entscheiden kann und auch in naher Zukunft nicht vor hat beim World Cup zu starten, der wird mit dem Votec „VD“ seine Freude haben.”

Das Bike

Als wir das Votec „VD“ auf der Eurobike entdeckten, war klar, dass wir es so schnell wie Möglich über unsere Strecken shreddern wollen. Einerseits um festzustellen was das Bike drauf hat, andereseits weil wir wissen wollten was es mit den unterschiedlichen Laufradgrößen aufsich hat. Dank Stephan von Internetstores GmbH ging dann alles ganz schnell und wir waren in der coolen Situation das Votec „VD“ in der Elite Ausstattung als Erste testen zu dürfen. Stephan der selbst gerne die Downhillstrecken unsicher macht erklärte uns dann, das die Internetstores GmbH die Rechte an Votec gekauft hat und in Deutschland die neuen Bikes entwickelt und designt werden. Als es dann in der Redaktion vor uns stand, waren wir erst mal von der coolen Optik des Hydro geformten Rahmen und dem durchdachten Aufbau positiv überrascht. Unser Testbike in Größe „M“ lässt in der Top Ausstattung „Elite“ kaum Wünsche offen und überzeugt dazu mit 10 Jahren Rahmengarantie und einem super Preis. Zu nserer Überraschung soll das „VD Elite“ nämlich nur 2999 Euro kosten, das etwas günstiger aufgebaute „VD Pro“ gibt es sogar schon für 2099 Euro! Angesichts der verbauten Teile hätten wir auf jeden Fall mit einem höheren Preis gerechnet. Aber werfen wir mal einen Blick auf das Komplettbike bevor wir genauer auf den Rahmen und die Fahreindrücke eingehen.

An der Front arbeitet eine Manitou „Dorado Pro 27,5“ mit passendem 27,5 Zoll Sun Ringle Laufrad und Schwalbe „Magic Mary“ Reifen, während im Hinterbau ein 26 Zoll Laufrad steckt. Die Idee dahinter ist folgende: Die Ingenieure bei Votec wollten bei der Entwicklung des Bikes einfach die Vorteile beider Laufradgrößen nutzen. Gute Überrolleigenschaften an der Front durch 650B und gute Wendikeit durch 26 Zoll am Heck. Grundsätzlich macht diese Überlegung natürlich Sinn, wie sehr es sich dann auf Fahreigenschaften auswirkt lest ich gleich. Eine Sache sollte an dieser Stelle aber erwähnt werden, für den Fall das ihr beim World Cups startet, könnte es mit dem „VD“ Probleme geben, weil es eine UCI Regel gibt, die besagt, dass keine unterschiedlichen Laufradgrößen verbaut werden dürfen. Da ihr aber wahrscheinlich genauso wenig bei World Cups startet wie wir, müssen wir uns bei den iXS oder lokalen Rennen darum keine Sorgen machen. Bei einem Blick auf das Cockpit fallen die neuen 2015er Race Face Produkte auf. Der flache 800 mm Breite Lenker mit 35 mm Klemmung passt optisch perfekt zum neuen Direct Mount Vorbau und die Griffe taugen übrigens auch zum fahren ohne Handschuhe. Für gute Verzögerungswerte sorgt eine Shimano „Saint“ Bremse mit 200 mm Scheibe an der Front und 180 mm am Heck. Und Shimano „Saint“ Schaltkomponenten sorgen für saubere und direkte Schaltvorgänge. Bei der Kurbel und Kettenführung verbaute Votec Produkte von E.13 anstelle von Shimano.

Kommen wir nun über den im Hinterbau steckenden Rock Shox „Vivid Air R2C“ zu den Rahmendetails. Bei dem Hinterbau Konzept des „VD“ handelt es sich um einen Industriegelagerten Viergelenker mit Horst Link, der in Verbindung mit dem „Vivid Air“ 210 mm Federweg bereitstellt. Die Geometrie entspricht dem heutigen Standard mit flachem 63,5 Grad Lenkwinkel, 350 mm Tretlagerhöhe und nicht allzu kurzer 438 mm Kettenstreben. Ansonsten verfügt der Rahmen über ein Tapered Steuerrohr und einer 150×12 mm Steckachse am Heck. Obwohl es sich um einen Aluminium Rahmen handelt, kann sich das Gewicht von knapp über 16 Kg dank Luftfahrwerk echt sehen lassen.

Auf dem Trail

Bevor wir es dann richtig krachen lassen können, wird noch schnell und unkompliziert das Fahrwerk durch anpassen des Luftdrucks an unser Gewicht eingestellt und schon kann es losgehen. Bei einem „Medium“ Rahmen und einer Körpergröße von 186 cm befinden wir uns zwar am oberen Ende, haben aber keine Probleme mit zu geringer Beinfreiheit oder ähnlichem. Aufgrund der unterschiedlich großen Laufräder hatten wir im Vorfeld mit einer etwas höheren Front und einem leichten Chopperfeeling gerechnet, dank des flachen Race Face Lenkers blieb dies aber aus und wir haben eine zentrale, ausbalancierte Sitz- bzw. Fahrposition. Vom Start weg lässt sich das Votec „VD“ dank des geringen Gewichts und dem gut funktionierendem Viergelenkhinterbau mit Leichtigkeit beschleunigen.

Da wir unser Fahrwerkssetup Anfangs mit etwas mehr Luftdruck und mit leicht höherer Druckstufe gefahren sind, hatte man nicht im geringsten das Gefühl, das Antriebsenergie im Federweg versackte. Aber selbst mit angepasstem Luftdruck und geringerer Druckstufe blieb der positive Eindruck nahezu unverändert. Wenn man dann mit ordentlich Geschwindigkeit auf dem Trail unterwegs ist, bügelt der Hinterbau zwar das Gröbste weg und gibt ein gutes Feedback über den Untergrund, doch am schnellsten kommen wir mit möglichst aktiver Fahrweise den Berg runter. Das Votec „VD“ saugt sicht nicht einfach am Boden fest und rollt nicht stumpf über Wurzeln und Steine, stattdessen lässt es sich Leichtfüssig in die Luft bewegen und die Hindernisse werden eher zu kleinen Kickern. Dementsprechend Spaß macht es dann auch mit dem Testbike über richtige Kicker zu schießen und es im ideal Fall mit Style durch die Luft zu manövrieren.

Beim Thema Highspeed haben wir uns auf manchen Strecken zu gunsten der Laufruhe zwar einen Rahmen in „Large“ gewünscht, was aber eher an der Körpergröße und nicht am Bike lag. Der Vorteil des „Medium“ Rahmen zeigt sich nämlich vor allem auf technischen und Kurvenlastigen Streckenabschnitten. Hier war es eine wahre Freude das „VD“ spielerisch in die Anlieger zu werfen und mit Schwung wieder heraus zu sprinten. Abschließend kommen wir nun zu dem Mix aus 27,5 und 26 Zoll Laufrädern. Um ehrlich zu sein haben wir nur anhand des Fahrgefühls nicht sagen können, welche Laufradgrößen verbaut ist. Allerdings können wir auch nichts negatives in Sachen Überrollverhalten und Wendigkeit feststellen. Das Votec „VD“ ging Problemlos über Stock und Stein und ließ sich mit Leichtigkeit durch technische Passagen manövrieren. Mit anderen Worten, wir hatten eine Menge Spaß mit dem „VD“ und finden das Konzept mit den unterschiedlichen Laufradgrößen durchaus interessant. 


Mountainbikes

VOTEC VD ELITE

Rahmen VOTEC VD AL6061-T6 · Gabel Manitou Dorado Pro 27,5“, 203mm · Dämpfer RockShox Vivid AIR R2C · Bremsen Shimano Saint BR-M820 · Schaltung Shimano Saint · Laufradsatz SunRinglé ADD Pro black front: 27,5″, rear: 26″

Bike Details