Punta Ala Trail Check
oder
die Flucht vor dem Winter

Die bessere Alternative zu Schnee im März - Trails in der Toskana

Unser Teamfahrer Johannes Habel hatte genug vom Winterwetter und machte sich Anfang März auf den Weg in die Toskana. Rund um Punta Ala ging es auf Trail Erkundungstour. 

 

In Innsbruck ist schon seit Monaten Winter, wir haben den Schnee bei großen und kleinen Skitouren genossen. Doch jetzt ist es für uns Zeit dem Winter zu entfliehen und auf den Bikes im Frühling anzukommen. Sechs Stunden weiter südlich warten Sonne, Meer und Dolce Vita auf uns. Auf in die Toskana !

PUNTA ALA

Unser erster Stopp ist das Punta Ala Trailcenter. Da sich Irene erkältet hat, erkunde ich zunächst die hoch gelobte Bandite Trail Area. Es wurde mir nicht zu viel versprochen! Auf den Trails nah am Meer, kann ich mich leicht orientieren und habe perfekte Trainingsbedingungen gefunden. Die Locals fahren hier den ganzen Winter und das merkt man. Die abwechslungsreichen flowigen Strecken haben zwar einige Gegenanstiege, sind aber dafür in ausgezeichnetem Zustand. Ich jage mit einem breiten Lächeln durch den Wald und kann mir spielerisch im Auf und Ab die letzten Reserven nehmen.

Für Montag und Dienstag haben wir einen Shuttle gebucht. Zunächst wollen wir die Trails am Colle de Neve im Hinterland unter die Lupe nehmen. Bibo unser Shuttlefahrer begrüßt uns gut gelaunt. In seinem Pick-Up geht es auf vom Winter gezeichneten Forststraßen nach oben. Die Auffahrt zieht sich etwas aber oben angekommen werden wir mit frischen Trails belohnt, die wir scheinbar aus dem Winterschlaf wecken. So graben sich unsere Reifen mit Freude in den tiefen Untergrund. Unsere Favoriten sind hier der 301, Trendite und Carbonai. Alle drei Trails sind eher auf der sanften Seite anzusiedeln und haben alle einen unterschiedlichen Charakter. Immer wieder ist das Ganze mit leichten Steinfeldern durchsetzt. Dabei muss man durch die clever angelegten Kurven nur selten die Bremsen betätigen. Weltklasse Spielterrain!

 

Nicht unerwähnt soll unsere kleine Tour von Tirli nach Castaglione dela Pescaia bleiben. Nach einem Vormittag mit dem Shuttle wollen wir eine kleine Tour fahren. Wir starten von Tirli und finden leider nur eine relativ ungenießbare Abfahrt und  einen alten Trail auf dem Weg Richtung Strand. Erst oberhalb von Castaglione kommt es zu einer sehr positiven Überraschung. Ein Kurvenfeuerwerk auf dem Natalino Trail. Daher empfehlen wir lieber mit dem Auto nach Castaglione zu fahren und von dort aus das Trailnetzwerk abzufahren. Das Puntaalatrailcenter, das auch in Castaglione shuttelt, hilft euch sicher auch gern weiter!

MASSA MARITIMA

Ein weiteres Highlight wartet nördlich von Punta Ala auf. Ohne große Erwartung, aber mit den GPS – Tracks der European Enduro Series 2016 geht es für uns am Mittwoch dort hin. Es wird ein langer sonniger Tag. Die erste Stage iegt fast noch im Stadtwald, bei den vielen Wegen fällt es schwer zu sich zu orientieren. Der nächste Trail ist der Canyon Trail, auch dieser viel befahrene Trail beeindruckt uns wenig. Die restlichen drei Stages am Monte Arenti sind hingegen eine Klasse für sich, vor allem den wie eine Murmelbahn angelegten Insoglio werden wir nicht so schnell vergessen, hier haben sich die Trailbauer selbst übertroffen.

MONTE ARGENTARIO

Der auf einer Halbinsel liegende Monte Argentario ist unser nächstes Ziel. Eine im März selten befahrene Straße führt uns zu den Trails, wir genießen die Einsamkeit auf der leichten Steigung. Im dichten Nebel kommen wir oben an, doch leider ist von der uns angepriesenen Aussicht nichts zu sehen.

Wir freuen uns dennoch auf die Abfahrt, denn was vor uns auf dem Madonnina liegt, ist vor allem Speed. Immer wieder laden kleine Kuppen auf einem langen Geradeausstück zum Abziehen ein. Dann geht es plötzlich in den Urwald und mal wieder können die Trailbauer aus der Gegend zeigen, dass sie etwas von ihrem Handwerk verstehen. Kurve für Kurve wird das Trailglück größer.
Die beiden anderen von uns gefahrenen Trails, Noviziato und Crocicchio,  können da nicht ganz mithalten. Der Monte Argentario ist aber dennoch sicher einen Besuch wert.

 

TALAMONE

Talamone ist eine idyllisch gelegene Stadt mit Burg, Hafen und einem Netzwerk an  nicht zu unterschätzenden Trails. Von Freunden bekommen wir die Info, dass dort am Wochenende ein Enduro Rennen stattfinden soll. Wir beschließen zumindest das Training zu fahren und bei gutem Wetter unsere Heimreise auf den Sonntagnachmittag zu verschieben. Auf der ersten Stage dominiert Waldboden, immer wieder laden flache Abschnitte zum Beschleunigen ein. Stage zwei und drei starten mit grandioser Aussicht vom Punta del Corvo. Oben sind beide technisch ruppig und werden im Verlauf flüssiger.  Wir haben heute ziemlich müde Beine und sind mehr als froh über Espresso und Kuchen in einer Bar am Hafen. Das Rennen lassen wir Sausen und feiern das Ende unseres Trips noch mit einem Bad im Meer bevor es wieder auf den Heimweg gen Innsbruck geht. Insgesamt hatten wir ein paar tolle Tage mit haufenweise grandioser Trailaction. Wer den Winter satt hat wird schon im Frühjahr in der Region um Punta Ala ideale Bedingungen vorfinden. Eine gute Portion la dolce Vita gibt es auf jeden Fall mit dazu. Definitiv ein empfehlenswerter Trip.

 

Infos zur Region:

Reisezeit: Die beste Reisezeit ist im Frühjahr und Herbst. Während den Sommermonaten muss man tagsüber mit Temperaturen über 30° C rechnen. Im März, der Zeit in der wir unterwegs waren, kann es den ein oder anderen Regentag geben.

Ansprechpartner: Punta Ala Trailcenter http://visitpuntaala.bike/en/home/

Anreise:

Wir empfehlen wir die Anreise mit dem Auto, da die Anbindungen per Flugzeug oder Bahn aufgrund der Abgelegenheit von Punta Ala und Massa Marittima verhältnismäßig aufwendig sind. Vorteil, man ist vor Ort mobil zu sein. Wer dennoch mit dem Flugzeug kommt für den ist der Flughafen Florenz die erste Wahl sein.

Die Anreise mit dem Auto erfolgt vom Westen Deutschlands über die vignettenpflichtigen Autobahnen der Schweiz in Richtung Mailand und anschließend über die mautpflichtigen Autobahnen von Mailand über Parma, La Spezia, Pisa, Livorno bis hin nach Massa Marittima oder eben Punta Ala. [Strecke Stuttgart – Massa Marittima: knapp 900 km und ca. 9 Std. Fahrzeit].

Wer aus dem Süden Deutschlands anreist, nimmt die Brennerautobahn steuert  Massa Marittima über Trento, Verona, Modena und Bolonga an. Achtung – auch hier sind außerhalb Deutschlands alle Autobahnabschnitte mautpflichtig. [Strecke München – Massa Marittima: knapp 750 km und ca. 7.5 Std. Fahrzeit].

Unterkünfte in Punta Ala

PuntAla – Camping Resort

Art: Campingplatz

Angebot: Stellplätze für Auto, Wohnwagen, Wohnmobil und Zelt; vollausgestattete Hütten

Grundausstattung: Sanitäranlagen, WiFi, Geldautomat

Extras: zwei Restaurants, Shop mit Bäckerei und Metzger, Strand, Bike-Service-Station, Leihbikes

Preise: Auf Anfrage

Kontakt: PuntAla Camping Resort, 58043 Castiglione della Pescaia [GR/Italien]; Tel: +39 0564 922 294

Web: www.campingpuntala.it

Massa Vecchia – Bike Hotel

Art: Bike-Hotel

Angebot: Hotel-Zimmer in einem renovierten Bauernhaus inkl. Neubau, typisch italienische Küche

Grundausstattung: Zimmer, Auto-Stellplätze, Restaurant, WiFi

Extras: Leih-Bikes, Leih-E-Bikes, Pumptrack, Wellness, Swimming-Pool, geführte Touren, Bike-Shop, Shuttle-Möglichkeiten, Outdoor-Bar

Preise: einfaches Zimmer im Altbau = 36 – 58 Euro pro Person und Nacht inkl. Frühstück

Kontakt: www.massavecchia.it/de

Tenuta il Cicalino

Art: Resort [Bauernhöfe, Museum, Wellness usw.]

Angebot: Zimmer und Apartments  in renovierten Bauernhäusern

Grundausstattung: Zimmer, Auto-Stellplätze, Restaurant, WiFi

Extras: Leih-Bikes, Wellness, Swimming-Pool, Hallenbad, Tagungsraum, geführte Touren, Shuttle-Möglichkeiten

Preise: Apartment mit 2 Betten = 644 Euro pro Woche [jahreszeitabhängig – 16.03. – 04.10.]

Kontakt: www.ilcicalino.it/de/